Mit dem Beginn der monatelangen Sperrung der Bahnstrecke zwischen Wolfsburg und Berlin am Freitag, 2. Oktober 2026, hat die Deutsche Bahn weitere Nachbesserungen für Pendler und Reisende zugesagt. Verkehrsministerin Lydia Hüskens begrüßte die Schritte, betonte jedoch, dass für die Altmark weiterhin erhebliche Belastungen bestehen bleiben und wichtige Fragen zur Fernverkehrsanbindung unbeantwortet sind.
Stendal mehr als 14 Monate vom Ost-West-Verkehr abgeschnitten
Die Verlängerung der Baumaßnahme über Dezember 2026 hinaus trifft die Region hart: Stendal wird in Ost-West-Richtung für mehr als 14 Monate von einer direkten Bahnanbindung abgeschnitten sein. Als erste Sofortmaßnahme wurden Nachbesserungen bei den Ersatzbus-Linien X1 (Stendal–Genthin) und X2 (Stendal–Wolfsburg) umgesetzt. Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 folgen weitere Anpassungen durch die Bahn.
Zugverkehr bis Mieste und neuer Behelfsbahnsteig in Magdeburg
Von Mitte Dezember 2026 bis Anfang September 2027 soll auf dem Streckenabschnitt Wolfsburg–Mieste wieder Zugverkehr rollen. Für Fahrgäste aus dem Raum Gardelegen verkürzen sich dadurch die Strecken im Schienenersatzverkehr deutlich. Zudem entsteht bis Ende 2026 ein zusätzlicher Behelfsbahnsteig am Hauptbahnhof Magdeburg, um Kapazitäten für Ausweichrouten zu schaffen. Trotz Einschränkungen bleibt auch das Fernverkehrsangebot zwischen Magdeburg, Braunschweig und Hannover im Stundentakt erhalten, wenngleich sich die Fahrzeiten etwa verdoppeln.
Land fordert schnelle Entscheidungen für IC-Verbindungen
Weiterhin unklar bleibt die schnelle Anbindung auf Fernverkehrsniveau von Stendal in Richtung Wittenberge, Magdeburg und Leipzig ab Mitte Dezember. Das Land fordert von der Deutschen Bahn hierzu kurzfristige Klarheit und Planungssicherheit. Zudem müsse sichergestellt werden, dass reguläre Fahrkarten ohne Zusatzkosten auf allen sinnvollen Ausweichrouten anerkannt werden.
