Schockanrufe, fiese Enkeltricks und der schnelle Griff in die Handtasche beim Einkaufen: Kriminelle nehmen gezielt ältere Menschen ins Visier. Um Senioren und deren Familien wirksam zu schützen, hat die Polizeiinspektion Stendal eine einwöchige Präventionsoffensive gestartet und zieht nun eine durchweg positive Bilanz.
Die länderübergreifende Aktionswoche, die von den Landespolizeien aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen ins Leben gerufen wurde, lief vom 29. Juni bis zum 5. Juli. Hintergrund sind die anhaltend hohen Fallzahlen von Betrugsdelikten und Cybercrime zum Nachteil von Senioren. Alle drei Reviere der Inspektion Stendal beteiligten sich mit täglichen Info-Ständen vor Supermärkten, auf Wochenmärkten und in Einkaufsstraßen der Region. Die Beamten suchten das direkte Gespräch, gaben Tipps gegen falsche Polizisten oder dubiose Spendensammler und warnten vor ungesicherten Geldbörsen in Einkaufswagen. Auch Vorträge, wie etwa im Kulturhaus in Kalbe (Milde) zum Thema Schockanrufe, stießen auf großes Interesse.
Eine besonders kreative und effektive Aktion ließ sich das Polizeirevier Jerichower Land einfallen: Am 2. Juli mischten sich Polizisten in zivil unter die Kunden eines Einkaufsmarktes in Burg. Nach dem sogenannten „Berliner Modell“ klebten die verdeckten Ermittler unbemerkt leuchtende Sticker mit der Aufschrift „Achtung Taschendiebstahl – Bitte behalten Sie Ihre Wertsachen im Blick“ auf herrenlose oder offen im Wagen liegende Handtaschen. Erst danach sprachen sie die überraschten Kunden an. Viele Betroffene zeigten sich fassungslos darüber, wie leicht sie es potenziellen Dieben gemacht hätten, und gelobten Besserung.
Flankiert wurden die persönlichen Gespräche von einer groß angelegten Informationskampagne über die Social-Media-Kanäle X und WhatsApp sowie der Verteilung von Flyern an Pflegedienste und Angehörige. Die Polizei betont in diesem Zuge nochmals: Wer dennoch Opfer eines Betrugs wird, sollte sich niemals schämen, sondern sofort Anzeige erstatten. Nur so können die Täter gefasst und andere Bürger geschützt werden.


