Eine 78-jährige Frau aus Bremen ist am Freitagabend in Magdeburg Opfer eines perfiden Schockanrufs geworden. Kriminelle gaben sich am Telefon als ihre Tochter sowie als Polizistin aus und erbeuteten in der Astonstraße eine vierstellige Bargeldsumme. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, Spuren gesichert und warnt eindringlich vor den Maschen der Täter.
Schockanruf in der Astonstraße: Bargeld an Unbekannten übergeben
Der Vorfall ereignete sich am Freitag, dem 24. Juli 2026, gegen 19:23 Uhr. Die 78-jährige Bremerin, die sich derzeit in Magdeburg aufhält, erhielt einen Anruf einer weinenden Frau, die vorgab, ihre Tochter zu sein. Die Anruferin behauptete, einen schweren Unfall verursacht zu haben und nun dringend Bargeld zu benötigen, um eine drohende Haftstrafe abzuwenden.
Um die Notlage glaubwürdig erscheinen zu lassen, übergab die Betrügerin das Telefon an eine angebliche Polizeibeamtin, die die falsche Geschichte bestätigte. Die massiv unter Druck gesetzte Seniorin willigte schließlich ein. Wenig später erschien ein bislang unbekannter Abholer an ihrem Aufenthaltsort im Bereich der Astonstraße und nahm die vierstellige Bargeldsumme entgegen.
Gefälschte Nummern und Dienstausweise: So gehen Betrüger vor
Die Polizei weist darauf hin, dass Kriminelle immer wieder versuchen, sich als Amtsträger auszugeben, um an Wertsachen zu gelangen. Dabei nutzen die Täter moderne Technik: Beim sogenannten „Call-ID-Spoofing“ erscheint auf der Telefonanzeige der Opfer tatsächlich die Notrufnummer 110 oder eine örtliche Polizeinummer. In anderen Fällen wird die Rufnummer komplett unterdrückt.
Neben Telefonbetrug nutzen Kriminelle auch gefälschte Dienstausweise an der Haustür, um sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen. Ebenso werden gefälschte Haftbefehle per Post oder E-Mail versendet, um Opfer zur Überweisung angeblicher Geldstrafen zu bewegen.
Diese Verhaltenstipps gibt die Polizei
Da oft gezielt ältere Menschen im Fokus stehen, bittet die Polizei Angehörige, ihre Mitmenschen präventiv aufzuklären. Folgende Verhaltensregeln sollten unbedingt beachtet werden:
- Niemals Geld übergeben: Die Polizei wird Sie niemals am Telefon oder an der Haustür um Geldbeträge oder Wertsachen bitten.
- Keine Details verraten: Geben Sie am Telefon niemals Auskunft über Ihre finanziellen Verhältnisse oder Wertsachen im Haus.
- Druck standhalten und auflegen: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie bei geringstem Zweifel einfach sofort auf.
- Ausweis verlangen und nachfragen: Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung. Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen den Dienstausweis und rufen Sie die jeweilige Behörde über eine selbst herausgesuchte Telefonnummer an.
- Vertrauenspersonen einbinden: Sprechen Sie mit Angehörigen oder Nachbarn, bevor Sie vorschnell handeln.
Wer vermutet, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollte sich umgehend an die örtliche Polizeidienststelle wenden und Anzeige erstatten.
