Das Landgericht Magdeburg verhandelt im September 2026 mehrere schwere Straftaten aus der Region. Auf der Anklagebank sitzen mutmaßliche Gewalttäter, ein Drogenhändler, ein mutmaßlicher Brandstifter sowie ein Politiker. Den Angeklagten werden unter anderem Raubüberfälle, bewaffneter Drogenhandel, versuchte Brandstiftung und Volksverhetzung vorgeworfen.
Überfälle auf Wohnungen in Bernburg (Az.: 25 KLs 274 Js 28068/24 (4/25))
Seit dem 1. September steht die 5. Strafkammer vor einem umfangreichen Verfahren gegen drei Männer aus Bernburg im Alter von 37, 38 und 39 Jahren (Aktenzeichen: 25 KLs 274 Js 28068/24 (4/25)). Die Staatsanwaltschaft wirft dem 38-Jährigen und dem 37-Jährigen vor, im Mai 2024 zusammen mit einem unbegleiteten Komplizen einen Bekannten in dessen Wohnung überfallen zu haben. Dabei sollen sie das Opfer geschlagen und eine Geldbörse, ein Smartphone sowie eine Spielkonsole erbeutet haben.
Dem 38-Jährigen und dem 39-Jährigen wird zudem vorgeworfen, im November 2021 und erneut im Februar 2022 ein Ehepaar in dessen Wohnung überfallen zu haben. Beim ersten Überfall sollen die Täter mit einem Baseballschläger bewaffnet gewesen sein, Bargeld gestohlen und einen Fernseher zerstört haben. Bei der zweiten Tat erbeuteten sie erneut Bargeld. Zudem soll der 38-Jährige eine Schreckschusswaffe in der Öffentlichkeit geführt und ein verbotenes Messer besessen haben. Dass die Taten erst jetzt verhandelt werden, liegt laut Gericht an der Auslastung der Kammer durch vorrangige Haftsachen. Für den Prozess sind Termine bis Mitte September angesetzt.
Volksverhetzungsvorwurf gegen Landtagsabgeordneten (Az.: 26 NBs 802 Js 26696/24 (34/26))
Am 9. September beschäftigt sich die 6. Strafkammer als Berufungsgericht mit einem Fall von mutmaßlicher Volksverhetzung (Aktenzeichen: 26 NBs 802 Js 26696/24 (34/26)). Angeklagt ist ein Landtagsabgeordneter der CDU, der im Juni 2024 auf einer Social-Media-Plattform einen Beitrag mit volksverhetzendem Inhalt veröffentlicht haben soll. Das Amtsgericht Aschersleben hatte den Politiker im Februar 2026 bereits zum zweiten Mal freigesprochen, nachdem ein erster Freispruch vom Oberlandesgericht Naumburg aufgehoben worden war. Gegen den erneuten Freispruch hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.
Mutmaßlicher Räuber nach Flucht in Haft (Az.: 22 KLs 465 Js 13396/26 (6/26))
Ab dem 22. September verhandelt die 2. Jugendstrafkammer gegen einen 24-jährigen Mann (Aktenzeichen: 22 KLs 465 Js 13396/26 (6/26)). Er soll Ende Dezember 2023 gemeinsam mit einem 20-Jährigen auf dem Breiten Weg in Magdeburg einen Passanten bestohlen und anschließend zwei Männer geschlagen und getreten haben, um deren Jacken zu erpressen. Der jüngere Tatbeteiligte wurde bereits im März 2026 zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Der 24-Jährige war zum damaligen Prozess nicht erschienen und wurde per Haftbefehl gesucht. Nach seiner Festnahme sitzt er nun in Haft.
Bewaffneter Drogenhandel und schwere Brandstiftung
Ein 50-jähriger Mann muss sich ab dem 28. September vor der 9. Strafkammer wegen bewaffneten Drogenhandels verantworten (Aktenzeichen: 29 KLs 275 Js 35440/25 (8/26)). Bei einer Wohnungsdurchsuchung im April 2026 entdeckten Ermittler in Magdeburg Haschisch, Marihuana, Amphetamine und Kokain sowie mehrere Schusswaffen und einen Teleskopschlagstock.
Ende September beginnt vor derselben Kammer zudem der Prozess gegen einen 61-jährigen Mann wegen versuchter schwerer Brandstiftung (Aktenzeichen: 29 KLs 233 Js 45194/23 (6/26)). Er soll im Juni 2025 seine Mietwohnung in Magdeburg vorsätzlich in Brand gesteckt und einen Schaden von über 76.000 Euro verursacht haben. Bereits im November 2022 soll er versucht haben, die Wohnung seines Nachbarn anzuzünden. Für diesen Fall hat das Gericht zahlreiche Zeugen geladen und Verhandlungstermine bis Dezember anberaumt.
