Kathendorf: Polizei zieht Dutzende manipulierte Simson-Zweiräder aus dem Verkehr

Das Jubiläums-Mopedtreffen im Oebisfelder Ortsteil Kathendorf ist am Samstag von groß angelegten Verkehrskontrollen begleitet worden. Experten des Polizeireviers Börde nahmen vor allem die beliebten Kult-Mopeds der Marke Simson ins Visier. Das Ergebnis der fünfstündigen Aktion zeigt ein erschreckendes Bild: Fast jede zweite Kontrolle führte zu Beanstandungen, reihenweise erloschen die Betriebserlaubnisse durch illegales Tuning.

Die Kontrollen fanden am Samstag, dem 20. Juni, im Zeitraum von 09:00 bis 14:00 Uhr statt. Ziel der Beamten war es gezielt, verkehrsunsichere und frisierte Maschinen aus dem Verkehr zu ziehen. Hintergrund der Schwerpunktaktion ist ein gefährlicher Trend in der Schrauberszene: Viele Besitzer tunen ihre Mopeds ohne Unrechtsbewusstsein. Durch die Umbauten erreichen die eigentlich für maximal 60 km/h zugelassenen DDR-Klassiker teils Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Ein massives Sicherheitsrisiko, da Bremsen und Rahmen für diese Belastungen nicht ausgelegt sind.

Die Bilanz des Einsatzes fällt umfassend aus. Die Beamten leiteten zwei Strafverfahren ein und dokumentierten insgesamt 49 Ordnungswidrigkeiten. Bei zehn Mopeds waren die technischen Eingriffe so gravierend, dass die Betriebserlaubnis mit sofortiger Wirkung erlosch. Insgesamt elf Fahrern mussten die Polizisten die Weiterfahrt an Ort und Stelle komplett untersagen. Zudem wurden 22 Mängelscheine ausgestellt – diese Halter müssen ihre Zweiräder nun reparieren und umgehend beim TÜV oder einer Polizeidienststelle vorführen.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor den finanziellen und rechtlichen Folgen. Erlischt die Betriebserlaubnis durch eine wesentliche Gefährdung der Verkehrssicherheit, drohen laut Bußgeldkatalog 90 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg. Zudem wird parallel ein Verfahren gegen den Halter des Fahrzeugs eingeleitet.

Da vor allem Jugendliche die Simson-Modelle nutzen und Leistungssteigerungen oft ohne Spezialwerkzeug selbst vornehmen, nimmt die Polizei auch die Eltern in die Pflicht. Illegales Tuning ist kein Kavaliersdelikt: Es zieht schnell Strafanzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis oder wegen des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz nach sich. Diese Einträge im Register können Jugendliche teuer zu stehen kommen – wer mit 17 Jahren den Autoführerschein machen möchte, riskiert bei solchen Vorstrafen massive Probleme bei der Zulassung, da die Fahreignung von den Behörden angezweifelt werden kann.

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