Sie oder eine Frau in Ihrem Umfeld sind von Gewalt im privaten oder häuslichen Umfeld betroffen? Zögern Sie nicht. Es gibt diskrete, professionelle und schnelle Hilfe. Regionale Ansprechpartner und eine erste, vertrauliche Beratung – auch in verschiedenen Sprachen – erhalten Sie bundesweit unter der kostenlosen Telefonnummer 116 016 (dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“) sowie online unter www.hilfetelefon.de.

Gewalt gegen Frauen, insbesondere häusliche Gewalt oder Gewalt in Paarbeziehungen, ist kein Einzelfall, sondern ein weitreichendes gesellschaftliches Problem. Sie zieht sich auch hier in Sachsen-Anhalt durch alle Schichten sowie Altersgruppen und hat viele, oft schleichende Gesichter. Experten definieren diese Gewalt als ein klares Verhaltensmuster, das darauf abzielt, Macht und Kontrolle über eine Frau zu erlangen oder aufrechtzuerhalten.

Die vielen Gesichter der Gewalt

Dies umfasst weit mehr als körperliche Übergriffe. Es beginnt oft mit psychischem Terror: Verhaltensweisen, die erschrecken, einschüchtern, isolieren oder manipulieren sollen. Auch Demütigungen, ständige Schuldzuweisungen und verbale Verletzungen sind Formen der Gewalt.

Ein entscheidender Punkt ist: Diese Gewalt findet nicht nur in den sprichwörtlichen eigenen vier Wänden statt, auch wenn der Begriff „häusliche Gewalt“ das vermuten lässt. Sie ereignet sich in bestehenden Partnerschaften ebenso wie in Ex-Partnerschaften – völlig unabhängig von der aktuellen Wohnsituation der Beteiligten. Betroffen können verheiratete Frauen sein, Frauen in Trennung oder Frauen, die sich in einer Kennenlernphase mit einem (Ex-)Partner befinden.

Gezielte Hilfe und Zivilcourage: Ein Appell an das Umfeld

Es ist essenziell, das Schweigen zu brechen. Gewalt gegen Frauen darf niemals als reine Privatsache bagatellisiert werden. Dies erfordert Aufmerksamkeit und Zivilcourage von uns allen – sei es im persönlichen Umfeld, in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz. Wenn im Alltag Anzeichen für Gewalt bemerkt werden, ist schnelles Handeln gefragt:

* Verdachtsfälle melden: Melden Sie konkrete Verdachtsfälle der zuständigen Polizeidienststelle. Die Beamten vor Ort sind geschult, in solchen Situationen zu intervenieren und Schutzmaßnahmen einzuleiten.
* In akuten Notfällen: Bei unmittelbarer Gefahr oder wenn Sie eine akute Gewalttat beobachten, wählen Sie sofort den Polizeinotruf über die 110!
* Unterstützung anbieten: Ermutigen Sie Betroffene im persönlichen Gespräch, sich Hilfe zu suchen oder selbst den Weg zur Polizei zu gehen.

Gewalt kennt keine Grenzen – unsere Solidarität auch nicht

Da Gewalt weder soziale Schicht, Alter noch Herkunft kennt, kann jede Frau im Laufe ihres Lebens davon betroffen sein. Ebenso kann jede und jeder von uns zur entscheidenden Stütze werden, indem die Augen vor dem Leid nicht verschlossen werden. Wir alle tragen Verantwortung für ein sicheres Miteinander. Bitte schauen Sie nicht weg!

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