Ein grausamer Fall von Wilderei und Tierquälerei im Bleckeder Ortsteil Breetze steht offenbar vor der Aufklärung. Nach intensiven Wochen der Ermittlung hat die Polizei am Donnerstag ein Wohnhaus durchsucht und die mutmaßliche Tatwaffe beschlagnahmt. Im Fokus der Ermittler stehen die Bewohner des Hauses.
Der Fall reicht zurück bis in den Mai. Zwischen dem 25. und 26. Mai hatte ein Unbekannter auf einer Freifläche im Bereich der Bruchdorfer Straße eine trächtige Ricke – ein weibliches Reh – mit einer Armbrust ins Visier genommen. Das schwer verletzte Tier verendete qualvoll auf der Wiese und wurde am 27. Mai vom zuständigen Jagdpächter entdeckt. Die herbeigerufene Polizei stellte damals den tödlichen Armbrustbolzen im Körper des Tieres sicher und leitete ein Strafverfahren ein.
In den darauffolgenden Wochen leisteten die Beamten der Polizeistation Bleckede akribische Ermittlungsarbeit. Durch Recherchen bei verschiedenen Armbrustherstellern gelang es schließlich, den aufgefundenen Pfeil einem bestimmten Käufer und einem Modell zuzuordnen. Mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Lüneburg in der Tasche rückten die Ermittler am Donnerstag an dem besagten Wohnhaus an.
Die Aktion zeigte Erfolg: Die Beamten stellten die mutmaßliche Tatwaffe sowie weiteres Zubehör sicher, das ihnen von den anwesenden Personen übergeben wurde. Die Bewohner des Hauses gelten nun offiziell als Beschuldigte in dem Strafverfahren wegen Jagdwilderei und Tierquälerei. Zu den Vorwürfen äußerten sie sich vor Ort jedoch nicht; sie haben bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.
