Ein schwerer Brand hat am frühen Sonntagabend einen Großeinsatz der Feuerwehren in Wernigerode ausgelöst. In der Straße Kreuzberg brannte ein Balkon völlig aus, woraufhin die Flammen über die Hauswand bis in den Dachstuhl des Mehrfamilienhauses kletterten. Das Gebäude ist vorerst unbewohnbar, zudem musste die Polizei am Einsatzort gegen Gaffer durchgreifen.
Gegen 18:45 Uhr brach das Feuer auf dem Balkon aus bislang ungeklärter Ursache aus. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich ein heftiger Brand, dessen Flammen an der Außenfassade emporstiegen und das Dach erreichten. Als die ersten Streifenwagen eintrafen, spielten sich vor dem Haus unschöne Szenen ab: Rund 20 Schaulustige hatten sich bereits unmittelbar am Brandort versammelt und behinderten potenziell die Rettungsarbeiten. Die Polizeibeamten reagierten sofort und verwiesen die Gaffer konsequent in den Bereich Pulvergarten.
Um den Brand unter Kontrolle zu bringen, forderte die Einsatzleitung massive Unterstützung an. Insgesamt 68 Kameraden der Feuerwehren aus Wernigerode, Ilsenburg, Blankenburg, Minsleben, Benzingerode und Darlingerode rückten mit zahlreichen Fahrzeugen an, um das Feuer von mehreren Seiten und über Drehleitern zu bekämpfen. Durch den schnellen und koordinierten Einsatz der Wehren konnte eine Ausbreitung auf benachbarte Gebäude verhindert werden.
Glück im Unglück: Alle Bewohner des Mehrfamilienhauses konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und blieben unverletzt. Zurück in ihre eigenen vier Wände können sie vorerst jedoch nicht, da das Gebäude durch das Feuer und das Löschwasser erheblich beschädigt wurde. Den entstandenen Gesamtschaden beziffern die Behörden nach ersten Schätzungen auf rund 120.000 Euro.
Die Polizei hat den betroffenen Brandort offiziell beschlagnahmt und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Um die genaue Ursache für den verheerenden Ausbruch zu klären, wird am heutigen Montag ein spezialisierter Brandursachenermittler des Polizeireviers Harz den Kreuzberg genauestens untersuchen.


