Fahndungserfolge am Bahnsteig: Bundespolizei nimmt Gesuchte bei europaweitem Aktionstag fest

Mit einem Großaufgebot hat sich die Bundespolizei in Sachsen-Anhalt an einer europaweiten Kontrollaktion im Bahnverkehr beteiligt. Beim sogenannten „Rail-Action-Day“ des Netzwerks RAILPOL nahmen die Beamten 24 Stunden lang Bahnhöfe, Schließfächer und Züge unter die Lupe. Das Ergebnis: Mehrere Fahndungstreffer und zwei Festnahmen direkt an den Bahnsteigen in Halle.

Vom Donnerstag bis zum Freitag stand die Sicherheit im Schienenverkehr im absoluten Fokus. Die für ganz Sachsen-Anhalt zuständige Bundespolizeiinspektion Magdeburg kontrollierte landesweit Reisende und Beschäftigte. Neben gezielten Ausweiskontrollen ging es den Beamten vor allem um Prävention: Sie sensibilisierten Reisende für den Umgang mit Gepäck und überprüften herrenlose Taschen sowie unverschlossene Schließfächer.

Zwei Männern wurden die verstärkten Kontrollen am Ende zum Verhängnis. Am Donnerstagnachmittag stoppten die Beamten am Haltepunkt Halle-Silberhöhe einen 31-jährigen Mann. Beim Abgleich seiner Daten im Polizeisystem poppte ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Leipzig wegen Diebstahls auf. Da der polnische Staatsbürger die geforderte Geldstrafe von 400 Euro nicht aufbringen konnte, ging es für ihn direkt ab hinter Gitter – er muss nun eine 25-tägige Ersatzfreiheitsstrafe absitzen.

Noch teurer wurde es für einen 45-jährigen Deutschen mitten in der Nacht. Gegen 02:30 Uhr bestellte sich der Mann in der Bahnhofslounge des Halleschen Hauptbahnhofs zwei Bier. Als es ans Bezahlen ging, erklärte er seelenruhig, weder Bargeld noch eine Karte zu besitzen. Die gerufene Bundespolizei stellte nicht nur die Personalien für eine Anzeige wegen Zechbetrugs fest, sondern stieß auf einen offenen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Halle wegen dreifachen Betrugs. Weil er die fälligen 1.440 Euro zur Abwendung der Haft nicht zahlen konnte, brachten ihn die Beamten in eine Justizvollzugsanstalt, wo er eine 60-tägige Haftstrafe antrat.

Laut Bilanz der Bundespolizei war die Aktion ein voller Erfolg. Die verstärkte Präsenz der Beamten an den Knotenpunkten wie Magdeburg, Halle, Dessau, Halberstadt und Stendal habe nicht nur handfeste Fahndungserfolge gebracht, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Reisenden und des Bahnpersonals spürbar gestärkt.

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